Kultur fördern, Bildung stärken: Unsere Verantwortung für die Ortenau
Die SPD im Kreistag setzt sich für kulturelle Vielfalt, moderne Schulen und gute Lernbedingungen ein. Der Ortenaukreis ist Lebensraum für Menschen mit unterschiedlichen Biografien, ein bedeutender Wirtschaftsstandort und eine Region, deren Zukunft wesentlich von guten Bildungsangeboten und einem lebendigen kulturellen Leben abhängt. Im Kultur- und Bildungsausschuss des Kreistags werden dafür wichtige Weichen gestellt. Für uns als SPD sind Kultur und Bildung Investitionen in gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit. Kultur verbindet – auch über Grenzen hinweg Ein wichtiges Anliegen der SPD ist die Förderung des Theaters Eurodistrict BAden ALsace (BAAL). Das deutsch-französische Theater steht für Begegnung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein kulturelles Angebot, das vielen Menschen offensteht. Bei den Haushaltsberatungen haben wir uns für die Fortführung der Förderung eingesetzt. Für die Jahre 2025 bis 2029 ist eine jährliche Unterstützung des Ortenaukreises von 200.000 Euro vorgesehen. Dadurch kann das Theater nicht nur am eigenen Standort, sondern auch in Städten und Gemeinden der Ortenau spielen. Davon profitieren Menschen, die nicht ohne Weiteres nach Freiburg oder Baden-Baden fahren können, ebenso wie Schulen und junge Menschen. Kulturförderung unterstützt damit nicht nur einzelne Aufführungen: Sie schafft Begegnungen, stärkt die deutsch-französische Freundschaft und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. Gerade angesichts des Drucks auf demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist dieses Engagement wichtig.
Der Vogtsbauernhof: Ein kulturelles Aushängeschild der Ortenau
Ein weiteres kulturelles Aushängeschild des Ortenaukreises ist das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. Als Einrichtung in Trägerschaft des Kreises bewahrt es das kulturelle Erbe unserer Region und macht die Geschichte des ländlichen Schwarzwalds für Menschen aller Generationen erlebbar. Historische Höfe, traditionelles Handwerk und vielfältige museumspädagogische Angebote verbinden regionale Identität mit kultureller Bildung. Die Bedeutung des Vogtsbauernhofs zeigt sich auch an seiner überregionalen und internationalen Anziehungskraft. Mit rund 220.000 Besucherinnen und Besuchern pro Saison zählt das Museum zu den bedeutenden Freilichtmuseen Deutschlands. Auch internationale Gäste interessieren sich für die Geschichte, die Baukultur und das frühere Alltagsleben im Schwarzwald. Nach den Einbrüchen während der Corona-Pandemie konnte das Museum seine Besucherzahlen wieder deutlich steigern. In der Saison 2023 verzeichnete es beispielsweise ein Plus von rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für uns als SPD ist der Vogtsbauernhof deshalb weit mehr als ein touristischer Anziehungspunkt. Er ist ein kultureller Botschafter unserer Region, der die Ortenau weit über ihre Grenzen hinaus bekannt macht. Dass Menschen aus Deutschland und vielen anderen Ländern zu uns kommen, um die Geschichte und Lebensweise des Schwarzwalds kennenzulernen, unterstreicht den Wert dieser Einrichtung. Der Landkreis muss deshalb auch künftig Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Museums übernehmen. Investitionen in den Vogtsbauernhof sind Investitionen in unsere regionale Identität, in kulturelle Bildung und in die internationale Ausstrahlung der Ortenau.
Gute Bildung braucht gute Schulgebäude
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Bildungsinfrastruktur. Der Ortenaukreis trägt Verantwortung für ein weit verzweigtes Netz beruflicher Schulen und sonderpädagogischer Bildungs- und Beratungszentren. Sie eröffnen Perspektiven, ermöglichen berufliche Qualifikationen und schaffen Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe. Als SPD setzen wir uns dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Wohnort gute Lernbedingungen vorfinden. Dazu gehören moderne Fachräume, funktionierende technische Anlagen, eine zeitgemäße Ausstattung und Gebäude, die den Anforderungen des Schulalltags entsprechen. Deshalb müssen Raumbedarf, Sanierungsnotwendigkeiten und die Belastungsgrenzen bestehender Strukturen regelmäßig geprüft werden.
Berufliche Schulen in Offenburg: Sanierung konsequent fortführen
Die beruflichen Schulen in Offenburg sind ein wichtiger Teil der Bildungslandschaft und eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Region verbunden. Hier werden junge Menschen auf ihre Ausbildung, ihr Studium und ihren weiteren Berufsweg vorbereitet. Am Kreisschulzentrum wurden bereits umfangreiche Investitionen umgesetzt, darunter die energetische Sanierung bestehender Gebäude und die Erweiterung durch Gebäude D mit zusätzlichen Fachräumen und einer Mensa. Auch Sanitäranlagen und weitere Gebäudebereiche müssen langfristig modernisiert werden. Schulentwicklung darf jedoch nicht mit einzelnen Bauprojekten enden. Notwendige Sanierungen müssen vorausschauend geplant werden, denn aufgeschobene Instandhaltung kann später höhere Kosten verursachen und den Schulbetrieb belasten. Entscheidend ist, dass Investitionen den Alltag von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften tatsächlich verbessern. Angesichts der angespannten Finanzlage des Kreises braucht es klare Prioritäten, verlässliche Planung und einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Gute Bildung darf kein Restposten der Haushaltspolitik werden.
Die Carl-Sandhaas-Schule in Haslach: Entwicklungsmöglichkeiten prüfen
Auch sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die Carl-Sandhaas-Schule in Haslach im Kinzigtal ist ein SBBZ mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Zur Einrichtung gehören außerdem ein Schulkindergarten und eine Frühberatungsstelle. An solchen Standorten müssen die räumlichen Bedingungen den besonderen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Barrierefreiheit, geeignete Unterrichts- und Förderräume, Rückzugsmöglichkeiten und funktionierende Abläufe sind Voraussetzungen gelingender pädagogischer Arbeit. Deshalb muss der bauliche und räumliche Zustand der Schule genau geprüft werden: Wie ist der allgemeine Gebäudezustand? Wo besteht Sanierungsbedarf? Reichen die vorhandenen Räume für die pädagogischen Anforderungen aus? Und welche Möglichkeiten gibt es für eine Erweiterung oder eine andere zukunftsfähige Lösung? Diese Fragen wurden gemeinsam mit der Schule und den Verantwortlichen vor Ort beantwortet und der Neubau der Schule beschlossen. Jedes Kind muss in einer geeigneten Umgebung lernen und sich entwickeln können. Sanieren, modernisieren und vorausschauend planen.
Die Beispiele aus Offenburg und Haslach zeigen die vielfältigen Aufgaben des Kreises als Schulträger: Neubauten und Erweiterungen ebenso wie der Erhalt bestehender Gebäude und die Modernisierung technischer Infrastruktur. Der Ortenaukreis hat bereits 2013 ein Sanierungsprogramm für kreiseigene Gebäude aufgelegt. Die Bedeutung moderner Haustechnik, energetischer Sanierungen sowie eines guten Raum- und Lernklimas bleibt zentral. Aus sozialdemokratischer Sicht braucht es eine ausgewogene Strategie: Neubauten dort, wo sie erforderlich sind, Sanierungen dort, wo Gebäude weiter genutzt werden können, und eine Planung, die pädagogischen Bedarf und finanzielle Möglichkeiten miteinander verbindet. Bei knappen Mitteln zählen neben den unmittelbaren Baukosten auch Energieverbrauch, laufende Unterhaltung, langfristige Nutzbarkeit und die Qualität der Lernbedingungen. Vorausschauende Investitionen können dazu beitragen, Folgekosten zu begrenzen und die Bildungsinfrastruktur dauerhaft zu sichern.
Unsere Verantwortung für die Zukunft der Ortenau Kultur und Bildung wirken unmittelbar im Leben der Menschen. Ein Theaterbesuch vor Ort eröffnet neue Perspektiven, der Vogtsbauernhof vermittelt Geschichte und stärkt die regionale Identität, ein gut ausgestatteter Klassenraum verbessert Lernchancen. Und ein geeignetes Gebäude kann für Kinder mit besonderem Förderbedarf einen entscheidenden Unterschied machen. Die SPD im Kreistag will diese Themen weiter mit Nachdruck begleiten. Wir unterstützen eine lebendige Kulturlandschaft, setzen uns für die Förderung des deutsch-französischen Theaters und den Erhalt des Vogtsbauernhofs ein. Zugleich wollen wir die Sanierung und Modernisierung unserer Schulen voranbringen und sicherstellen, dass der Raumbedarf der kreiseigenen Bildungseinrichtungen ernst genommen wird. Wir wissen, dass die finanziellen Spielräume des Ortenaukreises begrenzt sind. Gerade deshalb braucht es klare Prioritäten, eine verlässliche Planung und einen langfristigen Blick. Investitionen in Kultur und Bildung sind keine beliebigen Ausgaben, die sich nach Bedarf verschieben lassen. Sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Region. Unser Ziel ist eine Ortenau, in der kulturelle Teilhabe nicht vom Wohnort abhängt, unsere regionale Geschichte lebendig bleibt, junge Menschen gute Bildungsbedingungen vorfinden und jedes Kind die Unterstützung erhält, die es braucht. Dafür setzen wir uns als SPD im Kreistag ein.
Erdi Ayhan
SPD Renchen
Erdi Ayhan (*1992) ist seit 2024 Kreisrat für den Wahlkreis 04 Oberkirch-Renchtal im Ortenaukreis. Darüberhinaus ist engagiert als stellvertretender Vorsitzender der SPD Renchen, Vorstandsmitlied Ortsverband Renchen des Sozialverbands VdK und langjähriger Stadtrat in seiner Heimatstadt. Als Lehrer ist er der fachkundige Experte, wenn es um Schule, Bildung und junge Menschen geht.
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